IG Metall Ludwigsfelde
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24.02.2018, 12:02 Uhr

Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2018

Entschlossenheit vor dritter Verhandlung demonstriert

  • 19.01.2018
  • Aktuelles

Laut, deutlich und sehr präsent: Vor dem Haus der Wirtschaft in Berlin haben rund 250 Metallerinnen und Metaller unmittelbar vor Beginn der dritten Tarifverhandlung für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg noch einmal ein deutliches Signal an die Adresse der Arbeitgeber geschickt. Mit dabei waren auch Beschäftigte aus Ludwigsfelde wie die Vertrauensleute von Mercedes-Benz.

Die Beschäftigten sendeten eine klare Botschaft.

Dass sie nicht verstanden wurde, lag nicht an den Beschäftigten.

"Es ist Zeit für die nächste Eskalationsstufe", sagte Bezirksleiter Olivier Höbel nach Vertagung der Verhandlung. Fotos (3): Christian von Polentz/transitfoto.de

Die Botschaft, die auch die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich der IG Metall-Geschäftsstelle Ludwigsfelde, die eigens nach Berlin gereist waren, im Gepäck hatten, war eindeutig: Sie erwarten aus dem Arbeitgeberlager endlich Bewegung am Verhandlungstisch in Richtung Forderungen der IG Metall.

„Zeit für die nächste Eskalationsstufe“

Davon sei bislang wenig zu spüren gewesen, sagte Olivier Höbel, Verhandlungsführer der IG Metall und Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen. „Die Arbeitgeber haben sich nicht nur nicht bewegt, sondern statt dessen sogar provoziert.“ Damit müsse jetzt Schluss sein. „Sollten wir heute wieder kein Entgegenkommen spüren, ist es an der Zeit für die nächste Eskalationsstufe. Wir haben gezeigt, dass wir Warnstreiks können. Aber keiner sagt, dass die nur zwei oder drei Stunden dauern müssen“, rief Olivier Höbel den Warnstreikenden zu und erntete lautstarke Zustimmung und Entschlossenheit weiter für die Forderungen zu kämpfen.

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld für zwölf Monate und Wahloptionen für moderne Arbeitszeitmodelle sowie eine Verhandlungsverpflichtung über die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit.

„Arbeitszeitmauer muss weg“

Vor allem die Forderung nach Abriss der „Arbeitszeitmauer“ zwischen Ost und West war am Freitag Thema  der Redner in Berlin. „Diese Mauer muss fallen“, forderte Carmen Bahlo, Betriebsratsvorsitzende bei ZF in Brandenburg/Havel. Sie führe dazu, dass die Menschen im Osten mit 38-Stunden-Woche für das gleiche Geld am Ende ihres Arbeitslebens fast vier Jahre mehr gearbeitet hätten als die Beschäftigten im Westen mit 35-Stunden-Woche. „Die reale Mauer aus Beton ist länger weg als sie gestanden hat“, erklärte sie. „Die Zeit ist reif, dass auch diese Arbeitszeitmauer endlich zu Grabe getragen wird.“

Nachtrag: Verhandlung vertagt

Die Botschaft war eindeutig. Allerdings ist sie bei den Arbeitgebern scheinbar noch immer nicht in aller Deutlichkeit angekommen. Nach Vertagung der Verhandlung am frühen Freitagnachmittag sagte Bezirksleiter Olivier Höbel: „Dass sich die Arbeitgeber auch in dieser Verhandlung verweigert haben, ist angesichts der starken Warnstreiks eine herbe Enttäuschung. Jetzt tickt die Uhr in Richtung weiterer Eskalation. Die Warnstreiks werden in unverminderter Härte fortgeführt. Am 25. Januar beraten die Tarifkommissionen im Bezirk und bundesweit über die Ausweitung der Kampfmaßnahmen.“

Weitere Bilder zu Warnstreiks und zur Kundgebung findet Ihr im Internet


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