03.05.2026 | Zum ersten Mal seit über 100 Jahren fand in Luckenwalde wieder ein gewerkschaftlich organisierter 1. Mai statt – mit maßgeblicher Beteiligung der IG Metall Ludwigsfelde. Eines ist dabei klar geworden: Die Beschäftigten in unserer Region lassen sich nicht gegeneinander ausspielen. Sie stehen zusammen.
Mit dabei waren zahlreiche Kolleginnen und Kollegen von Mercedes-Benz Ludwigsfelde. Sie waren gekommen, um ein klares Signal zu senden – für ihren Standort, für ihre Zukunft und für sichere Arbeitsplätze.
„Wir brauchen eine Zukunft für unser Werk in Ludwigsfelde – wir brauchen Sicherheit und Perspektiven für alle Kolleginnen und Kollegen. Denn: Unsere Arbeitsplätze, unsere Familien, unsere Region – das verteidigen wir gemeinsam. Am 1. Mai und an jedem anderen Tag, so Sören Würfel, VKL MBLu.
Der Auftritt in Luckenwalde war mehr als symbolisch. Deutlich wurde: Mercedes in Ludwigsfelde steht nicht allein. Unsere Region hält zusammen, wenn Industrie unter Druck gerät.
Zwischen Unsicherheit und Perspektive
Gerade bei Mercedes-Benz in Ludwigsfelde geht es um zentrale Fragen: Bleibt der Standort ein Industriestandort – oder wird er zurückgebaut? Gibt es langfristige Perspektiven für die Belegschaft – oder nur Stückwerk?
Die Position der IG Metall ist eindeutig: Industriearbeitsplätze sind keine Verhandlungsmasse.
„Wer bei Mercedes-Benz in Ludwigsfelde, aber auch in jedem anderen Betrieb in der Region arbeitet, hat ein Recht auf: sichere Perspektiven, tarifliche Absicherung und eine verlässliche Zukunft für sich und seine Familie“, so Sören Würfel.
Mit dabei am 1. Mai waren auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen von Rosenbauer Luckenwalde. Nach einer erfolgreichen Betriebsratswahl stehen sie erstmals vor einer Tarifrunde innerhalb der Flächentarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg.
Nach sechs Jahren Haustarif ist dies ein wichtiger Schritt hin zu einer stärkeren Tarifbindung.
„Das war kein Selbstläufer“, so Thomas Püttner, Betriebsratsvorsitzender bei Rosenbauer Deutschland Luckenwalde. „Das ist das Ergebnis konsequenter Organisierung, klarer gewerkschaftlicher Strategie und einer Belegschaft, die bereit ist, für bessere Bedingungen zu kämpfen.“
Erreicht wurden unter anderem: bessere Eingruppierungen, deutlich höhere Entgelte, tarifliche Sonderzahlungen und kürzere Arbeitszeiten. Vor allem aber: Mehr Selbstbewusstsein.
„Die zentrale Erfahrung ist klar: Wenn wir zusammenhalten, können wir etwas verändern“, so Thomas Püttner.
In seiner Rede machte Sören Hartmann, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Ludwigsfelde, deutlich, worum es aktuell wirklich geht: „Die Debatte über steigende Krankenstände greift zu kurz. Sie lenkt von den eigentlichen Herausforderungen ab: Arbeitsverdichtung, Personalmangel, steigender psychischer Druck und unzureichende Arbeitsbedingungen. Nicht die Beschäftigten sind das Problem – die Arbeitsbedingungen sind es. Unsere Haltung ist klar: Krankheit ist kein Fehlverhalten. Gesundheit ist kein Luxus.“
Gemeinsames Signal vom 1. Mai
Der 1. Mai in Luckenwalde war mehr als eine Veranstaltung. Er war ein gemeinsames Signal aus der Region: für Industriearbeitsplätze in Brandenburg, für starke Tarifbindung und für solidarisches Handeln über Betriebsgrenzen hinweg.
„Wir lassen uns nicht spalten – weder nach Standorten noch nach Branchen. Unser Auftrag bleibt - ob in Ludwigsfelde, Luckenwalde oder Baruth: Wir kämpfen für gute Arbeit. Wir kämpfen für Tarif. Wir kämpfen für Zukunft. Denn klar ist: Standortsicherheit entsteht nicht von allein – sie wird gemeinsam gestaltet“, so Sören Hartmann.
Oder, wie es die Vertrauensleute von Mercedes-Benz sagen: „Unsere Arbeitsplätze, unsere Familien, unsere Region – das verteidigen wir gemeinsam. Am 1. Mai und an jedem anderen Tag.“