Aktionstag bei Mercedes-Benz

Beschäftigte von Mercedes-Benz stellen sich gegen den Angriff der Arbeitgeber auf Tarifstandards

03.07.2026 | Rund 400 Mercedes-Beschäftigten aus Ludwigsfelde und Berlin haben am 3. Juli auf einer gemeinsamen Kundgebung vorm Werk in Berlin-Marienfelde gegen den Angriff der Arbeitgeber auf Tarifstandards demonstriert. Bundesweit nahmen mehr als 33.000 Beschäftigte am Aktionstag der IG Mteall gegen längere Arbeitszeiten und ein Aussetzen von tariflichen Sonderzahlungen teil.

Bundesweiter Aktionstag der IG Metall am 3. Juli 2026- Alle Fotos: Jörg Farys / außer anders gekennzeichnete...

Delegation aus Ludwigsfelde in Aktion - Foto: IG Metall

Nadine Boguslawski, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall in Berlin

Foto: IG Metall

Jan Otto, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen

Foto: IG Metall - Delegation aus Ludwigsfelde

Mit den Protesten stellen sich die Mercedes-Kolleginnen und -Kollegen und die IG Metall gegen ein einseitiges Sparprogramm des Vorstandes auf Kosten der Belegschaft. Konkret hat das Unternehmen eine Debatte über eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich angestoßen. In Ludwigsfelde gibt es zum Transformationsgeld und zur Arbeitszeit eigene Regelungen. Die Delegation aus Ludwigsfelde zeigte sich aber solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen bundesweit.  

Dazu sagte IG Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski auf der Kundgebung in Berlin-Marienfelde: „Immer wenn es schwierig wird, sollen die Beschäftigten zahlen. Das erleben wir bei Mercedes genau wie bei vielen anderen Konzernen. Diesem Angriff der Arbeitgeber auf ihre Belegschaften stellen wir uns mit aller Kraft entgegen. Unsere Antwort: Nicht mit uns, nicht auf dem Rücken der Kolleginnen und Kollegen, nicht ohne Sicherheit für Arbeitsplätze und Standorte. Zukunft gewinnt nicht, wer Lasten einseitig den Beschäftigten aufbürdet. Entscheidend für die Zukunft unserer Industrie ist neue Wertschöpfung und damit Investitionen sowie Innovationen.“

Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Die Beschäftigten haben Mercedes stark gemacht. Deshalb stehen wir heute hier: für eine faire Lastenverteilung, für sichere Arbeitsplätze, starke Standorte, für Tarifbindung und eine Zukunft mit guter Arbeit. In harten Tarifkonflikten haben Metallerinnen und Metaller die 35 Stunden-Woche durchgesetzt. Wer diesen Fortschritt in Frage stellt, stößt auf unseren entschiedenen Widerstand. Längere und unbezahlte Arbeitszeiten sind beschäftigungspolitischer Unfug, retten weder Jobs noch schaffen sie neue Aufträge.“

Unter anderem fanden Kundgebungen mit Teilnehmer*innen von Mercedes-Benz-Werken und Tochterunternehmen aus Stuttgart (Zentrale) und Untertürkheim, Sindelfingen, Bremen, Rastatt und Kuppenheim, Berlin/Marienfelde, Düsseldorf, Affalterbach und Germersheim.

Ergun Lümali, Gesamtbetriebsrats-Vorsitzender Mercedes-Benz, sagte in Sindelfingen: „Das Vorgehen des Unternehmens verunsichert und demotiviert viele Kolleginnen und Kollegen massiv. Statt Perspektiven für Standorte und Beschäftigung zu schaffen, wird Druck aufgebaut. Wir erleben aktuell eine Belastung nach der anderen: Diskussionen über verlängerte unbezahlte Arbeitszeit, über Einschnitte bei tariflichen Leistungen, über Verlagerung von Produkten und Funktionen sowie Angriffe auf bestehende Arbeitsmodelle. Wir tragen keine Verantwortung für geopolitische Krisen, Energiepreise oder strategische Fehlentscheidungen des Managements. Trotzdem sollen die Beschäftigten jetzt erneut die Hauptlast schultern – das ist nicht akzeptabel. Zukunft entsteht nicht durch Sparprogramme auf dem Rücken der Belegschaft. Wer Wettbewerbsfähigkeit sichern will, muss in starke Produkte, moderne Technologien und die deutschen Standorte investieren. Zukunft entsteht durch Innovation, kluge Strategie und die Einbindung der Beschäftigten. Genau das fordern wir vom Vorstand.“

Von: igm-bbs/ aw

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