IG Metall Ludwigsfelde
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05.08.2021, 06:08 Uhr

Transformation in Brandenburg

Birgit Dietze und Jörg Steinbach besichtigen neues Gestamp-Werk in Großbeeren

  • 15.06.2021
  • Aktuelles

Gemeinsam mit dem Brandenburger Wirtschafts- und Arbeitsminister Jörg Steinbach (SPD) hat Bezirksleiterin Birgit Dietze am 14. Juni das neue Gestamp-Werk in Großbeeren besichtigt. Der Informationsbesuch zur neuen Produktlinie des Unternehmens war der Auftakt einer Besuchsreihe von Steinbach und Dietze. In den nächsten Monaten werden sie gemeinsam Betriebe in Brandenburg besichtigen, die sich in einem Transformationsprozess befinden.

Birgit Dietze und Jörg Steinbach besichtigen die neue Produktionshalle von Gestamp in Großbeeren. - Fotos: Volker Wartmann

Gestamp Umformtechnik ist als Automobilzulieferer stark von der Transformation in der Automobilindustrie betroffen. Am neuen Standort in Großbeeren produziert Gestamp die ersten Batterieboxen für die Elektromobilität, u.a. für den Porsche Macan.

„Ich habe den Eindruck, dass hier bei Gestamp alle – Belegschaft und Werksleitung – an einem Strang ziehen und mutig vorangehen, um neue Technologiefelder zu erschließen“, sagte Bezirksleiterin Birgit Dietze im Anschluss an ihren Rundgang durch das neue Werk. Die notwendigen Transformationsschritte würden gemeinsam und sozial ausgewogen angegangen, so Dietze. „Hier bei Gestamp gibt es schon lange eine Tarifbindung und eine gewachsene Mitbestimmungskultur. Man sieht, es geht.“

Dietze sieht gute Entwicklungschancen für die Region. „Gestamp ist Teil eines wachsenden Automobilclusters, das sich hier südlich von Berlin in Brandenburg etabliert hat. Bei Mercedes in Ludwigsfelde beispielsweise soll demnächst der neue E-Sprinter gebaut werden“, so Dietze. „Die neuen Tätigkeiten erfordern erhöhte IT-Kompetenzen, für die Belegschaft werden gute Weiterbildungs- und Qualifikationsmöglichkeiten benötigt. Die Fachkräftesicherung der Zukunft ist ein großes Thema. Durch die Ansiedlung von Tesla herrscht ein großer Sog nach den bestqualifizierten Beschäftigten mit IT-basierter Ausbildung. Die Unternehmen werden künftig noch mehr um die Fachkräfte konkurrieren und diese werden sich aussuchen, welches Unternehmen ihnen die besten Arbeitsbedingungen bietet.“

Die Errichtung der neuen Betriebsstätten wird vom Bund und vom Land Brandenburg mit dem Ziel der „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ mit mehreren Millionen Euro bezuschusst. „Bei der GRW-Förderung dürfen wir Tarifbindung nicht zu einem Vergabekriterium machen“, erläuterte Minister Jörg Steinbach. „Ich versuche aber trotzdem, auf die Unternehmen einzuwirken und für mehr tarifliche Bindung in Brandenburg zu werben. Die Erfahrung in der Pandemie hat gezeigt, dass Unternehmen besser durch die Krise gekommen sind, in denen Gewerkschaften und Mitbestimmung eine starke Rolle spielen.“

Darauf angesprochen, wie die Kolleginnen und Kollegen den Transformationsprozess betrachten, sagte Marko Mey, Betriebsrat bei Gestamp: „Die Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen, Weiterbildungsangebote in Anspruch zu nehmen, ist groß. Die meisten sehen Weiterbildung für sich als persönliche Chance. Die neuen Arbeitsplätze, für die eine höhere Qualifikation notwendig ist, sind zukunftssichere Arbeitsplätze“, sagte Mey. „Qualifikation ist das A und O. Mit dem Wissen von vor 15 Jahren könnte ein Metallfacharbeiter diese Anlagen nicht mehr bedienen.“ Mey weiter: „Unsere Aufgabe als Betriebsrat ist vor allem, dass wir uns für gute Arbeitsbedingungen einsetzen und dafür, dass die Kolleginnen und Kollegen im Transformationsprozess mitgenommen werden.“