IG Metall Ludwigsfelde
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29.06.2022, 21:06 Uhr

Pfleiderer Baruth

Warnstreik bei Pfleíderer in Baruth am 1. März 2022

  • 03.03.2022
  • Aktuelles, Branchen / Betriebe, Holz und Kunststoff, Holzzentrum Baruth

Am 11.01.2022, 18.01.2022 und am 09.02.2022 fanden Tarifverhandlungen für die fünf Pfleiderer-Werke in Deutschland statt.

Die Forderungen der IG Metall sind:

•    Entgelterhöhungen von 6,5 % für eine Laufzeit von 12 Monaten
•    Ausbau des Tarifvertrages “Zusätzliche Freizeit” um 2 Tage auf insgesamt 4 Tage
•    Überproportionale Anhebung der Ausbildungsvergütungen und Aufnahme der Azubis in den Geltungsbereich des Tarifvertrages “Zusätzliche Freizeit”.

Die Arbeitgeberseite hat zwar erste Angebote unterbreitet, in der Summe liegen diese allerdings deutlich unter den genannten Forderungen und sind somit noch unzureichend.

Der nächste Verhandlungstermin ist der 07.03.2022. Um den nötigen Druck auf die Arbeitgeber zu erzeugen rief die IG Metall Ludwigsfelde seine Mitglieder im Baruther Werk zum Warnstreik am 01.03.2022 in der Zeit von 13:00 bis 15:00 Uhr schichtübergreifend auf. Um 14:00 gab eine Kundgebung. Zeitgleich fanden auch in allen anderen Werken im Bundesgebiet Warnstreiks statt.

Hintergrund:
Das Faserplattenwerk der Pfleiderer AG in Baruth wurde im Jahr 2001 von der Kunz-Group erbaut. Am 01.12.2001 wurde die erste Platte produziert. Im Jahre 2003 wurde erstmals ein 7-köpfiger Betriebsrat von der Belegschaft gewählt. 2006 erfolgte ein Gesellschafterwechsel, seitdem gehört das Faserplattenwerk der Pfleiderer AG. Im gleichen Jahr wurde durch einen Warnstreik die Tarifbindung mit einem Haustarifvertrag erreicht. Die Tarifbedingungen liegen deutlich über dem Flächentarifvertrag Berlin-Brandenburg für die holzverarbeitende Industrie.
Im Jahr 2017 wurde der Manteltarifvertrag neu verhandelt und zum Abschluss gebracht. Hierbei ging es um höhere Konditionen des zusätzlichen Urlaubsgeldes und des 13. Monatsgehalts sowie höhere Zuschläge. Im Jahr 2021 konnte der letzte große Erfolg mit der Arbeitszeitverkürzung von 40 Stunden auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich in zwei Schritten tarifiert werden.